Denkmalareal


Historische Gießhalle

Das Prunkstück des Denkmalareals ist die im Jahr 1830 von Carl Ludwig Althans erbaute Gießhalle mit Hochofengebäude. Die historische Gießhalle, der am 27. August 2010 der Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“ verliehen wurde, gilt als erster Industriebau mit einer tragenden Gusseisenkonstruktion.

Bild: M.L.M. Engel
Bild: Thomas Naethe

Die Westfassade der Gießhalle besteht aus einer beeindruckenden Glasfront mit Eisenrippen im Mittelschiff und Spitzbögen in den Seitenschiffen. Die Halle bietet ihren Besuchern ein einzigartiges Ambiente.

Inszenierung

Gießhalle mit Hochofen-Inszenierung

Bild: Stiftung Sayner Hütte

Die Arbeit am Hochofen und die bis heute besondere Faszination der Herstellung von Eisen wird durch eine mediale Inszenierung präsentiert, die in einem regelmäßigen Turnus die gesamte Gießhalle bespielt: Besucher erleben den Abstich, also das Öffnen des Hochofens, der flüssiges Roheisen freigibt. Der zentrale Vorgang der Eisenverhüttung wird mit Projektionen sowie einer Licht- und Tonbespielung erlebbar gemacht: Die Gießhalle wird zum Leben erweckt und versucht Besuchern einen authentischen Eindruck davon zu bieten, wie auf der Sayner Hütte über 100 Jahre hinweg Eisen hergestellt wurde.

Entlang des Rundganges durch die Gießhalle sind mehrere Augmented Reality-Stationen platziert: Drehmonitore mit bewegten Darstellungen der heute nicht mehr vorhandenen Maschinen und Öfen in Gießhalle und Hochofengebäude machen Verlorenes positionsgetreu wieder wahrnehmbar. Der Zustand von 1830 wird dadurch medial rekonstruiert. Gleichzeitig laden die Touchscreen-Monitore dazu ein, die Gießhalle zu erkunden und den historischen Raum zu erforschen. Inhaltliche Vertiefungsebenen in deutscher und englischer Sprache, die an den Stationen angezeigt und ausgelesen werden können, liefern weitere Hintergrundinformationen und Details.   

Bild: Thomas Naethe

Zusätzlich bietet ein Modell auf der Gichtbühne den Besuchern einen Überblick über die Gießhalle mit Hochofen während ihres aktiven Betriebes verschaffen. Darin eingebaute Schaukästen zeigen letztlich was in den Hochofen hinein- und was herauskam.

Eine Vitrine präsentiert stellvertretend für die Eisenkunstguss-Produktion Abformung und Endprodukt einer Sayner Neujahrsplakette.

Krupp’sche Halle

Bei der sogenannten „Krupp’schen Halle handelt es sich um eine ehemalige im Jahr 1908 erbaute Maschinenfabrik der Sayner Hütte. Sie ist benannt nach ihrem Erbauer Alfred Krupp. Im April 2017 wurde in der Krupp’schen Halle das Besucherzentrum eröffnet und damit das Gelände für Besucher zugänglich gemacht.

Bild: M.L.M. Engel

Dauerausstellung

Ausstellung zur Geschichte der Sayner Hütte

Bild: Stiftung Sayner Hütte

Im März 2019 wurde die neu gestaltete Ausstellung zur Geschichte der Sayner Hütte in der Krupp´schen Halle eröffnet. Im barrierefrei zugänglichen Besucherzentrum findet der Auftakt des Rundgangs über das Hüttengelände statt.

Dieser erste Ausstellungsbereich dient der Orientierung und dem inhaltlichen Überblick. Dies bezieht sich auf mehrere Aspekte: Räumlich auf das Hüttengelände; zeitlich auf die Geschichte der Sayner Hütte mit den drei Hauptphasen ihres Betriebs und der Geschichte nach der Eisenproduktion; biographisch mit dem Blick auf wichtige Protagonisten und wirtschaftlich mit Bezug auf die Netzwerke der Sayner Hütte.

Das Modell des Hüttengeländes verschafft im Erdgeschoss einen ersten räumlichen Eindruck und ermöglicht eine Annäherung an den authentischen Ort. Die Slideshow des eingebauten Bildschirms macht dabei verschiedene Bauphasen sichtbar und stellt die Entwicklung des Geländes dar.

Auf der Empore sind mehrere inhaltliche Stationen verortet, die den Überblick über die Gesamtgeschichte der Sayner Hütte, ihrer Akteure und ihrer Vernetzung vertiefen und betitelt sind mit:

„Armut bekämpfen 1769 – 1815“

„Ein Preußischer Musterbetrieb 1815 – 1865“

„Eine vorbildliche Konstruktion 1815 – 1865“

„Privates Unternehmertum  1865 – 1926“

„Sommerfrische in Sayn 1886 – heute“

„Privates Unternehmertum  1865 – 1926“

„Sommerfrische in Sayn 1886 – heute“

Bild: Stiftung Sayner Hütte

Eisenkunstgussmuseum und Sonderausstellung „Bunte Güsse – Die Sammlung ohne Eisen“

Das Rheinische Eisenkunstgussmuseum ist auf die Sayner Hütte umgezogen. Damit sind die Sammlungsstücke so zu sagen an ihren Herstellungsort zurückgekehrt. Bis das Museum im Jahr 2021 seine neuen Ausstellungsräume bezieht, wird die Sammlung in Teilen weiterhin präsentiert. Interimsort für das Ausstellungs- und Werkstatt-Projekt „Bunte Güsse – Die Sammlung ohne Eisen“ ist das Besucherzentrum Sayner Hütte.

Nähere Informationen finden Sie in unserer Rubrik „Eisenkunstgussmuseum“.