Eisenkunstgussmuseum


Mit dem Umzug des Rheinischen Eisenkunstgussmuseums auf die Sayner Hütte kehren die Sammlungsstücke so zu sagen zurück an ihren Herstellungsort. Bis das Eisenkunstgussmuseum 2023 die neuen Ausstellungsräume bezieht, soll die Sammlung in Teilen weiterhin präsentiert und vielfältigen Besuchergruppen nahegebracht werden.

Sonderausstellung

„Bendorfs industrielles Erbe“

Ein gemeinsames Projekt der Stadt Bendorf, der Stiftung Sayner Hütte, der Gesellschaft für Geschichte und Heimatkunde Bendorfs, dem Heimatarchiv Sayn und der Hochschule Koblenz im Rahmen von KuLaDig Rheinland-Pfalz

Die Stadt Bendorf war bis ins 20. Jahrhundert geprägt durch die Verhüttung von Eisen, dem Bergbau und der Industrie für feuerfeste Steine. Zahlreiche Industriebetriebe prägten das Stadtbild bis in die 1990er Jahre und einige auch noch bis in die heutige Zeit. Die Remy´schen Eisenhütten, die Sayner Hütte, die Concordia- und die Mülhofener Hütte machten aus Bendorf einen wichtigen Standort der Eisenverhüttung und Gießereitechnik am Mittelrhein. Dabei reichte die Produktpalette von Öfen und Herden, über Wasserleitungen, Maschinenteile, Radsätzen für die Bahn und Zubehör für die Autoindustrie bis hin zum filigranen Eisenkunstguss, der besonders die Sayner Hütte im 19. Jahrhundert berühmt machte.

Arbeiter der Concordia-Hütte in Mülhofen

Nach Schließung der Concordiahütte und weiterer Betriebe der Feuerfestindustrie wandelte sich das Stadtbild erheblich. Ehemalige Industriebetriebe wurden abgerissen, neue Gewerbegebiete und Straßen entstanden. Der Stadtteil Sayn wandelte sich mit der Sanierung von Burg, Schloss, Abtei und Sayner Hütte sowie dem Ausbau des Wanderwegenetzes zu einem beliebten touristischen Reiseziel.

Arbeiter der Sayner Hütte um 1903

An die innovative Industriegeschichte knüpft die Stadt Bendorf auch heute wieder an und lotet gemeinsam mit ortsansässigen Unternehmern und der Industrie Mittel und Wege im Bereich Wasserstofftechnologie aus, um den Herausforderungen des Klimawandels entgegen zu treten.

Das Thema „Industriekultur“ ist ein wesentlicher touristischen Schwerpunkt der Stadt, der wie diese Ausstellung zeigen soll nicht nur durch die Sayner Hütte ein beträchtliches Gewicht erhält. Um die Industriegeschichte Bendorfs aufzuarbeiten, zu bewahren und öffentlich zugänglicher zu machen, bewarb sich die Stadt Bendorf in Kooperation mit der Stiftung Sayner Hütte 2021 für das Projekt „Kultur. Landschaft. Digital. Rheinland-Pfalz“.

Was ist nun KuLaDig RLP und was bewirkt es?

Die Onlineplattform „Kultur.Landschaft.Digital“ (KuLaDig) erfasst Kulturobjekte jeglicher Art.

Ob Kirchen, Schlösser, Industriebauten, Wegkreuze oder Fluss- und Burgenlandschaften auf KuLaDig werden diese nach wissenschaftlichen Kriterien erfasst und nicht nur durch Texte, sondern auch durch Bilder und Multimediatools erfahrbar und oft auch sichtbar gemacht.

Das Projekt KuLaDig Rheinland-Pfalz begleitet gemeinsam mit der Hochschule Koblenz jedes Jahr zehn Kommunen bei der Erfassung ihrer Heimatgeschichte. Die Stadt Bendorf bewarb sich gemeinsam mit der Stiftung Sayner Hütte 2021 erfolgreich um die Teilnahme an diesem Projekt. So wurden 15 Objekte der Industriegeschichte Bendorfs ausgewählt und im vergangenen Jahr von der Projektgruppe und Studenten der Hochschule Koblenz bearbeitet. Es wurde recherchiert, fotografiert, getextet und die Industrieobjekte durch Filme und Zeitzeugenberichte lebendig gemacht. Die Sonderausstellung „Bendorfs industrielles Erbe“ gibt nun einen Einblick in diese Arbeit.

Weitere Informationen sind auf der Webseite www.kuladigrlp.net oder in der KuLaDig-App zu finden.

Die Ausstellung wird durch das ganze Jahr mit einem Programm aus Führungen, Rundgängen. Fahrradtouren und Vorträgen begleitet. Zur Ausstellung wird außerdem ein kleiner Katalog im Besucherzentrum erhältlich sein.

Das Begleitprogramm zum Download finden Sie hier.